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Deine Krankheit... ...Abschied und Erlösung... |
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Ein kleiner Einblick... es wäre endlos, alles niederzuschreiben... Du hast schon so viel mitmachen müssen...
Anfang diesen Jahres (2006) hatte ich Dich
mal wieder zu Hause besucht,
was ich 3-4 mal pro Woche tat.
Mir kam alles komisch vor.
Dein Mundwinkel war schief,
teilweise gabst Du mir wirre Antworten.
Ich hatte einen Verdacht - Schlaganfall
und rief den Hausarzt der dies auch bestätigte.
Du kamst ins Krankenhaus und anschließend auf Reha.
Nach der Entlassung warst Du fast wieder wie vorher.
Vom Schlaganfall nichts zu merken.
Am Entlassungstag und dem Tag danach war ich noch bei Dir zu Hause.
Machte Dir die Wohnung, Deine Einkäufe etc. - das Wochenende stand bevor.
Ich sagte zu Dir, wenn was wäre, solltest Du mich anrufen. Ein Handy hattest Du ja auch. Ich hatte an diesem Wochenende ein ungutes Gefühl, wollte immer anrufen, doch ich ließ es, damit Du auch wieder selbständig zurecht kämst... Am Montag darauf rief ich dann morgens an weil wir Nachmittags wieder zum Arzt mussten - wie jeden Montag. Du gingst nicht ans Telefon. Sofort fuhr ich zu Dir in die Wohnung. Dort fand ich Dich dann im Wohnzimmer liegend, halb bei Bewusstsein. Anhand Deines Blutzuckermessgerätes stellte ich fest, dass Du wohl dort schon seit Samstag Abend gelegen hattest. Ich machte mir erhebliche Vorwürfe. Sofort rief ich den Notarzt. Du wolltest das alles nicht mehr. Du wolltest zu Hause bleiben.
Du musstest wieder ins Krankenhaus. Verdacht auf Unterzuckerung aufgrund Deiner Diabetes. Von Mi. auf Do. verschlucktest Du dich dann so stark beim Abendessen, dass Du das Essen aspiriert hattest und in die Lunge bekamst. Du kamst sofort auf die Intensivstation, wurdest beatmet. Hinzu kam dann eine schwere Lungenentzündung etc. Das war ein Schock für mich, Dicn so zu sehen. Es stand lange 50/50 um Dich. Erst wenn Du die Lungenentzündung überstehen würdest, könne man weitersehen. Doch Du erholtest Dich relativ schnell. Hinzu kam aber jetzt noch ein chronisches Nierenversagen. Insgesamt lagst Du 1 Woche auf der Normalstation, 3 Wochen auf Intensiv, 2 Wochen wieder auf der Normalstation. Danach warst Du wieder 5 Wochen auf Reha. Ich besuchte Dich jeden Tag. Erzählte Dir vom Tagesgeschehen, von Deinem Enkel uvm. Am Entlassungstag konntest Du kleinere Strecken wieder mit dem Gehwagen zurück legen. Nur ein selbstständiges Aufstehen vom Stuhl etc. war nicht mehr möglich. Du warst zu schwach. In der Zeit in der Du im Krankenhaus warst, mussten wir mit Deinem Einverständnis die Wohnung auflösen da kein alleiniges Leben mehr möglich war. Rainer und ich suchten für Dich ein betreutes Wohnheim in unserer Nähe. Dort richteten wir Dir eine schöne 2-Zimmer-Wohnung ein (detailgetreu wie in Deiner alten Wohnung).
Am 23.04.06 hast Du sogar noch die Kommunion Deines Enkels Felix besucht. Allerdings deutlich geschwächt. Du hast kaum geredet.
Nach 1 Woche in Deinem neuen Zuhause bist Du dann gestürzt und hast Dir dabei den Arm gebrochen. Von da an hast Du nur noch im Rollstuhl gesessen, hattest Muskelschmerzen, Kopfschmerzen uvm. Du warst viel im Bett doch ich war trotzdem jeden Tag bei Dir. Wir haben zusammen fern gesehen, Kaffee getrunken. Am 12.06.06 hattest Du heftige Bauchschmerzen, Wassereinlagerungen, starke Muskelschmerzen, musstest immer wieder aufstoßen.
Der Hausarzt kam und wies Dich direkt wieder ins Krankenhaus ein. Hinzu kam wieder eine beginnende Lungenentzündung. Du wolltest nicht mehr in die Klinik. Warst ja zuvor erst fast ein Vierteljahr dort. Doch ich versprach Dir, dass wir nur alles abklären wollten. Den Gips bekamst Du dann dort ab (ich hatte dabei geholfen). Du hattest aber immer noch heftige Schmerzen. Ich besuchte Dich wieder jeden Tag. Von Do. auf Fr. wurde dann Deine Atmung schlechter und Du kamst wieder auf Intensiv. Da machtest Du an diesem Tag noch Späßchen wie: "kaum bist im Krankenhaus, dann schon wieder auf der Intensiv. Bekomm hier bestimmt bald mein eigenes Zimmer!". Sa. und So. wurden die Schmerzen stärker. Du bekamst Morphium. Am Montag wurde mir dann mitgeteilt, dass die Nieren versagen. Man könne nichts mehr machen. Ich war jeden Tag bei Dir. Erzählte Dir vom Tag, von Deinem Enkel Felix, von der Fussball-WM uvm., streichelte Dich. Du hast fast nur noch geschlafen. Du konntest nicht mehr sprechen, schlucken usw. Am Mittwoch (21.06.06) kam ich dann zu Dir. Du hattest die Augen weit geöffnet. Ich beugte mich über Dich damit Du mich wahrnehmen konntest. Ich streichelte Dich, sagte zu Dir, Du könntest doch schlafen, auch wenn ich da sei, erzählte Dir wieder vom Tag, von Deinem Enkel, redete Dir gut zu. Dann kam sogar noch die Pastorin, segnete Dich und mich. Wie toll ich das alles mache. Sie käme morgen wieder, um nach Dir zu sehen. Dann hast du Deinen gebrochenen Arm Richtung Himmel gehoben, als wäre er total leicht, und als würde Dir jemand die Hand reichen wollen. Ich nahm sie und legte sie zu meiner. Das machtest Du noch 2 mal. Dann gingen Deine Atmung und Deine Herzfrequenz immer weiter nach unten. Bis Du, lieber Vati, in meinen Händen eingeschlafen bist. Als hättest Du nur auf mich gewartet. Es war so schön, bei Dir zu sein, aber es war auch genauso hart, nichts mehr tun zu können. Du fehlst mir so sehr. Du warst doch erst 64. Deinen 65. wolltest Du wieder groß feiern. Es wären gerade mal 2 Wochen bis dahin gewesen. Ich habe doch so viel Zeit mit Dir verbracht. Und jetzt... es ist alles so leer. Ich sagte noch zu Dir am Bett, Du solltest mir ein Zeichen schicken, wenn Du gut angekommen bist. Und am nächsten Tag stand eine Mohnblume auf unserem gepflasterten Gartenweg. Einfach mittendrin. Das war für mich ein schönes Zeichen. Nur ich kann es einfach nicht fassen, dass Du nicht mehr da bist. Ich habe selbst höllische Angst vor dem Tod. Es war für mich auch eine enorme Leistung, Dich auf diesem Weg zu begleiten. In mir ist es so leer... WARUM? Warum musstest Du so früh von uns gehen?
Du hast schon so viel mitgemacht und immer wieder hast Du es geschafft. Du warst zu bewundern. Nur diese letzte Hürde hast Du leider nicht mehr geschafft...
Denk Dir ein Bild - weites Meer
ein Segelschiff setzt seine weissen Segel und gleitet hinaus in die See.
Du siehst wie es kleiner und kleiner wird.
Wo Wasser und Himmel sich treffen, verschwindet es.
Da sagt jemand: "Nun ist es gegangen !"
Ein anderer sagt: "Es kommt !"
Der Tod ist ein Horizont, und ein Horizont ist nichts
anderes als die Grenze unseres Sehens.
Wenn wir um einen Menschen trauern, freuen sich andere,
die ihn hinter dieser Grenze wiedersehen.
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